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Glücksgriff bei den Solisten
2007-01-02 / Hanauer Anzeiger
Kategorie: Produktion 2006
 
 
 
Inhalt:

Jubiläumskonzert „20 Jahre Opernakademie Bad Orb" findet ein begeistertes Publikum

Peter Bauer und Helena Günther gehörten zu den mit Beifall verwöhnten Solisten des Bad Orber Konzerts.

Wunderkerzen-, Opern- und Operet-tenseeligkeit, große klassische Unterhaltung und ein guter Schuss Silvestervorfreude: Das Jubiläums­konzert „20 Jahre Opernakademie Bad Orb" wurde in der Bad Orber Konzerthalle zum gesellschaftlichen Ereignis und musi­kalischen Galaabend von Klasse. Unter der Gesamtleitung von Kammersän­ger Carlos Krause, der just am Konzert­abend selbst in MacBeth in Frankfurt auf der Bühne stand, boten junge Solistinnen und Solisten, meist aus den Produktionen der Akademie bekannt, heitere und roman­tische Literatur aus der Welt von Oper und Operette, wie musikalische Kostbarkeiten aus dem „Fidelio", der 2006 auf dem Spiel­plan stand, „Carmen" (2002), „Zar und Zim­mermann" (2003) und der „Fledermaus" (1997). Mit der Arie der Norina aus „Don Pasqua-le" wurde auch gleich ein Blick in die Zu­kunft geworfen. Schließlich steht Donizet-tis Oper 2007 an. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Fördervereinsvorsitzende Professor Dr. Karin Müller-Metzler erklangen in buntem Wechsel weiterhin Arien, Duette und Chorstücke von Bizet, Verdi, Puccini, Of- enbach, Stolz, Mülöcker, Lehar und Strauß und fanden mit Johannes Tittels Bühnenbild auch bildlich den rechten Hin­tergrund. Ein Glücksgriff waren die vier Solisten. Peter Bauer knüpfte da an, wo er bei „Zar und Zimmermann" aufgehört hatte und nahm das Publikum im Handstreich. Dem Bassbariton flössen die anspruchsvollen Partien geschmeidig von den Lippen. Herz­erfrischend war sein van Bett, umwerfend das Duett aus den „Perlenfischern", zu­sammen mit Rouwen Huther Der wiederum hatte noch reichlich Fans von „Eugen Onegin". Er präsentierte sich stimmlich bestens aufgelegt und auch als vollendeter Komödiant, wie im Schwips­lied, das er champagnerselig torkelnd quer durch die Halle zum Besten gab und dabei auch mal auf des Bürgermeisters Schoß landete. . ; . Helena Günther bezauberte stimmlich frisch mit ihrem leuchtenden Sopran und agierte bildhübsch und mit natürlicher Bühnenpräsenz. Hör- und sichtbare Büh­nenreife prägte auch Nina Constantins Auftritte und einen bestens geführten, gro­ßen Sopran mit ausreichen Tiefe auch für eine Carmen. Eine tolle Idee war es, sich für die Gala auch den Opernchor zu sichern. Unter der Leitung vori1 Helmuth Smola präsentierte er sich einfühlsam wie stimmgewaltig beim Gefangenenchor oder als verlässli­cher Begleiter für die Solisten. Dass auch die Kurstadt versierte eigene Talente einbringen kann, zeigte sich bei den beiden Orbern. Die Pianistin Anke-Eva Blumenthal, in Bad Orb aufgewachse­ne Wahl-Berlinerin, glänzte am Flügel mit farbigem, differenziertem Spiel und hoch sensibler Nuanciertheit im Eingehen auf die Solisten des Abends. Als hochkarätiger Moderator zeigte sich der gebürtige Bad Orber Musikwissen­schaftler Dr. Ralph Philipp Ziegler, der an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar lehrt. Mit einer gehörigen Portion Charme, Humor und fundiertem Fachwis­sen begleitete er Solisten, Chor und Wer­ke. Mit „Brüderlein und Schwesterlein" er­ klang zum Abschluss eine gern gewährte Zugabe, und im Anschluss bedankten sich Bad Orbs Bürgermeister Wolfgang Storck und Christine Fürstin von Isenburg im Na­ men der Opernakademie bei allen Mitwir­ kenden.

Elsbeth Ziegler (HA/hhs)

 
 

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