Inhalt:
Die Bad Orber Opernakademie feierte in der Konzerthalle ihr Jubiläum - Solisten begeisterten die Zuhörer
BAD ORB (ez). Wunderkerzen-, Opern- und Operettenseligkeit, große klassische Unterhaltung und ein guter Schuss Silvestervorfreude: Das Jubiläumskonzert „20 Jahre Opernakademie Bad Orb" wurde in der Bad Orber Konzerthalle zum gesellschaftlichen Ereignis und musikalischen Galaabend von Klasse. Unter der Gesamtleitung von Kammersänger Carlos. Krause, der just am Konzertabend selbst in Frankfurt im Stück „MacBeth" auf der Bühne stand, boten junge Solistinnen und Solisten, meist aus den Produktionen der Akademie bekannt, heitere und romantische Werke aus Oper und Operette, wie musikalische Kostbarkeiten aus dem „Fidelio", der 2006 auf dem Spielplan stand, „Carmen" (2002), „Zar und Zimmermann" (2003) oder der „Fledermaus" (1997). Mit der Arie der Norina aus „Don Pasquale" wurde auch gleich ein Blick in die Zukunft geworfen. Schließlich steht Donizettis Oper 2007 an. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Fördervereinsvorsitzende Prof. Dr. Karin Müller-Metzler erklangen in buntem Wechsel weitere Arien, Duette und Chorstücke von Bizet, Verdi, Puccini, Offenbach, Stolz, Millöcker, Lehar und Strauß und fanden mit Johannes Tittels Bühnenbild auch bildlich den rechten Hintergrund.
Ein Glücksgriff waren die vier Solisten. Peter Bauer knüpfte da an, wo er bei „Zar und Zimmermann" aufgehört hatte und nahm das Publikum im Handstreich. Dem Bassbariton flössen die anspruchsvollen Partien geschmeidig von den Lippen. Herzerfrischend war sein „van Bett", umwerfend das Duett aus den „Perlenfischern", zusammen mit Rouwen Huther. Der wiederum hatte noch reichlich Fans von „Eugen Onegin." Er präsentierte sich stimmlich bestens aufgelegt und auch als vollendeter Komödiant, wie im „Schwipslied", das er champagnerselig torkelnd quer durch die Halle zum Besten gab. Helena Günther bezauberte stimmlich mit ihrem leuchtenden Sopran und agierte bildhübsch und mit natürlicher Bühnenpräsenz. Hör- und sichtbare Bühnenreife prägten auch Nina Constantins Auftritte und einen bestens geführten, großen Sopran mit ausreichend Tiefe auch für eine „Carmen".
Eine tolle Idee war es, sich für die Gala den Opernchpr zu sichern. Unter der Leitung von Helmuth Smola präsentierte er sich einfühlsam wie stimmgewaltig beim „Gefangenenchor" oder als verlässlicher Begleiter für die Solisten.
Dass auch die Kurstadt versierte eigene Talente einbringen kann, zeigte sich bei den beiden Orbern. Die Pianistin Anke-E-. va Blumenthal, in Bad Orb aufgewachsene Wahl-Berlinerin, glänzte am Flügel mit farbigem, differenziertem Spiel und hoch sensibler Nuanciertheit.' Als hochkarätiger Moderator zeigte sich der gebürtige Bad Orber Musikwissenschaftler Dr. Ralph Philipp Ziegler, der an der Hochschule für Musik in Weimar lehrt. Mit einer gehörigen Portion Charme, Humor und fundiertem Fachwissen begleitete er Solisten, Chor und Werke. Mit „Brüderlein und Schwesterlein" erklang eine gern gewährte Zugabe. Im Anschluss bedank-ten sich Bürgermeister Storck und Christi-ne Fürstin von Isenburg im Namen der Opernakademie bei den Mitwirkenden.
|