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Jubiläumskonzert der Freunde der Opernakademie in Bad Orb
B a d 0 r b (nu). „Das war ein Erlebnis", schwärmte eine Zuschauerin als sie den großen Saal der Bad Orber Konzerthalle verließ. Die Freunde der Opernakademie hatten zu ihrem Jubiläumskonzert mit Heiterem aus Oper und Operette eingeladen und aus allen Richtungen kämen die Menschen -trotz Blitzeis - und füllten den Saal.
Mit Werken aus berühmten Opern wie „Fidelio", „Carmen", „Nabucco" oder auch „Tannhäuser" sowie unvergessenen Melodien von Jacques Offenbach, Karl Millöcker, Johann Strauß, Franz Lehär und anderen unter der Moderation von Dr. Ralph Philipp Ziegler 7und der Gesamtleitung von Carlos Krause entführten die Musiker die Zuhörer in die Welt der Oper und Operette. Mit den schönsten und bekanntesten Melodien wussten die Sopranistinnen Helena Günther und Nina Con-stantin, der Tenor Rouwen Huther, sowie Peter Bauer (Bass] und Anke Blumenthal am Klavier, das Publikum der ausverkauften Konzerthalle zu begeistern.
Helena Günther debütierte in der Rolle der Marzelline bei der diesjährigen Opernaufführung von „Fidelio". Der Musikstudent Rouwen Huther, er verkörperte Lenski in der Oper „Eugen Onegin", und Peter Bauer hatten schon verschiedene Male bei der Opernakademie mitgewirkt. Und Nina Constantin, die an der Berliner Staatsoper engagiert ist, war dem Publikum aus dem Konzert der Opernakademie in der Spessart-Klinik bekannt. Den Auftakt machte Helena Günther mit ihrem geschmeidigen und ausdrucksintensiven Vortrag der Arie der Marzelline
„Oh war ich doch mit dir
vereint" aus „Fidelio" von Beet
hoven. „Eine der eindruckvolls
ten, tiefgreifendsten Opern, in
der der Freiheitsdrang Beetho
vens voll zum Ausdrück
kommt", kommentierte
Dr. Ralph Ziegler. Oper heiße auch in andere Welten entfliehen.
Nach dem Lied „Habanera" aus Bizets Oper „Carmen" entführte Nina Constantin auch mit der „Seguidilla" nach Spanien. Mit „Die Perlenfischer" von Bizet ging es nach Ceylon. In einem ceylonesischen Dorf erneuern Zurga und Nadir ihren Treueschwur, den Rouwen Huther und Peter Bauer in einem eindrucksvollen Duett für Tenor, und Bass präsentierten. „DonPasquale", eine Oper über Verwechslung und Täuschung, brachte Helena Günther mit der Arie der Norina überzeu-gendfrischundlebendigaufdie Bühne. Mit einem geographischen wie auch musikgeschichtlichen Sprung übernahm Peter Bauer die Arie des Wolfram „Oh du mein holder Abendstern" aus „Tannhäuser" von Richard Wagner. Dann ging es weiter mit einem biblischen Stoff: Unter der Leitung von Helmuth Smola intonierte der Chor der Opernakademie den Gefangenenchor aus „Nabucco" von Guiseppe Verdi und danach sang Nina Constantin „Vissi d'arte" aus der Oper „Tosca" in italienischer Sprache. Ralph Ziegler bezeichnete „Das Mädchen aus dem goldenen Westen" von Puccini als einen der ersten „Italo-Wes-tern" und Rouwen Huther erfreute die Zuhörer mit der Arie des Dick Johnson aus dieser Oper. Das Finale des ersten Teils mit Opernmelodien waren die „Barcarole", „Schöne Nacht, du Liebesnacht" aus Hoffmanns Erzählungen die von Peter Bauer witzig und höchst amüsant vorgetragene „Singschule" aus „Zar und Zimmermann".
Im darauffolgenden Teil erklangen berühmte Melodien aus Operetten wie „Schenkt man sich Rosen in Tirol" oder „Ach, ich hab sie ja nur". „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein" sei einbekanntes Lied aus dem vergessenen' Werk „Der Favorit" von Ro-
bert Stolz, erklärte Ralph Ziegler in semer ausgedehnten Moderation.
Rouwen Huther hatte das „Schwipslied" offensichtlich zu wörtlich genommen: Mit einem Glas Sekt in der Hand, stürmte er herein, stolperte, landete auf dem Bürgermeister, sang und stolperte weiter. Das Publikum krümmte sich vor Lachen, und am Ende des Liedes war Huther völlig nüchtern.
Mit einem Feuerwerk aus der „Fledermaus" verabschiedeten sich die Solisten sowie der Chor der Opernakademie. Für die Zugabe mit dem bereits traditionellen Bad Orber Feuerwerk sangen die vier Künstler gemeinsam mit dem Chor- den berühmten Chorwalzer „Brüderlein und Schwesterlein" aus dem zweiten Akt der „Fledermaus" von Johann Strauß. Alle Mitwirkenden wurden minutenlang mit tosendem Applaus vom Publikum belohnt.
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