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Akteure der Bad Orber Opernakademie fiebern dem großen Auftritt entgegen
Bad Orb (nu). „Fidelio" ist dieeinzigeOpervonLudwigvan Beethoven. Es handelt sich dabei um eine „Befreiungsoper", in der Beethoven die Möglichkeit sah, die gegen jede Tyrannei gerichteten Prinzipien der politischen Freiheit, der Gerechtigkeit und der Brüderlichkeit oder einfach die Rettung eines unschuldigen Helden aus höchster Not zum Ausdruck zu bringen. Die Opernakademie Bad Orb wird die Oper heute und am Sonntag in der Konzerthalle präsentieren.
Auf der Bühne stehen junge Künstler, die bei dieser Aufführung ihre Chance bekommen, eine tragende Rolle singen zu dürfen, und dies macht die Opernakademie seit nunmehr 20 Jahren zu einer deutschlandweit bekannten Tälentschmie-de.
Hinter den Kulissen der Opernakademie hat sich sehr viel bewegt in den vergangenen Wochen und Monaten, und der Zyklus der 20. Opernakademie erreicht mit der Premiere der Oper „Fidelio" von Ludwig van Beethoven seine Kulmination. Ende Januar liefen die Castings der Sänger, das alljährliche Vorsingen in der Frankfurter Oper: Markus Paul, der die Partie des Don Fernando singen wird, in der Rolle der Marzelli-ne Helena Günther, die schon bei einem kleinen Konzert in der Spessart-Klinik das Publikum mit ihrer Stimme begeistern durfte, sowie Markus Gruber als Pförtner Jaquino. Die anderen Sänger hatte Krause durch direkten Kontakt bereits vorher engagieren können.
Für KarinMetzler-Müller, die Vorsitzende und treibende Kraft der Opernakademie, war es Aufgabe, finanzielle Fragen und Organisatorisches in die Wege zu leiten, denn „die Plätze für'die beiden Vorstellungen müssen auch verkauft werden".
Johannes Tittel dachte bereits nach der Aufführung der Oper im vergangenen Jahr über das neue Bühnenbild nach, und seit Anfang des Jahres sägte, schraubte, hämmerte und malte er in seinem großen Atelier, untergebracht im Haus Orbtal. Das Modell des Bühnenbilds konnte er dann bei der Jahreshauptversammlung des Vereins vorstellen. Vor wenigen Tagen wurden die Teile des Bühnenbilds in der Konzerthalle zusammengetragen und montiert.-
Die Künstler selbst kamen Anfang Juli, undam 10. Juli war Probenbeginn. Jeden Tag wurde-geübt und einstudiert, eine Szene nach der anderen. Ende Juli war Helmuth Smola mit den Chorproben an der Reihe, und Anfang August begannen die Orchesterproben, die von Michael Miliard geleitet wurden. Über fünf Wochen waren die Darstellerund andere Beteiligte in der Konzerthalle mit den Proben der Opernaufführung beschäftigt. Dienstag war Hauptprobe, es gab letzte Anweisungen und eine vor einer Aufführung übliche Nervosität, gelagert zwischen Lampenfieber und der Angst, den Text zu vergessen, nicht am richtigen Ort zu stehen oder gar vor einem Versagen der Stimme. Bei der Generalprobe am Mittwoch war klar: Die jungen Künstler haben vielgelernt. Sie zeigten sich von ihrer besten Seite. Sie waren nicht nur in ihre jeweiligen Kostüme geschlüpft, sie hatten sich in ihre Rolle eingefunden und zeigten wahrhaftes Können.
„Fidelio" ist eine Nummernoper mit gesprochenen Dialogen, die je nach Inszenierung vom Intendanten verändert werden, was zum Teil zu hypermodernen und sehr kontroversen Aufführungen geführt hat. „Ich habe Texte aus den verschiedenen Fassungen gängiger Inszenierungen zusammen-gefasst, so dass sehr klar der Zusammenhang für das Publikum verständlich wird", erläuterte Carlos Krause und begab sich nach der gelungen Generalprobe für letzte Anweisungen vor der Premiere noch einmal auf die Bühne zu seinen jungen Künstlern.
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