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Festlicher Musikabend mit ier Solisten in Bad Orber Konzerthalle begeisterte PublikumBAD ORB. Große klassische Unterhaltung im Gala-Rahmen wurde wieder zum musikalischen wie gesellschaftlichen Höhepunkt zwischen den Jahren. Die Opernakademie Bad Orb lud zum festlichen Musikabend und die Konzerthalle war erneut Schauplatz eines vom Publikum begeistert aufgenommenen Abends. Jungen Solistinnen und Solisten aus den Produktionen der Akademie boten mit heiterer und romantischer Literatur aus Operette und frühem Tonfilm einen höchst abwechslungsreichen Abend. Und das trotz einer Reihe bunter kleiner Katastrophen wie aus einer Silvesterkomödie - dem in Bad Orb beliebten Bassbariton Peter Bauer wurde von der Sächsischen Landesbühne Radebeul der Urlaub gestrichen und die Sopranistin Jaroslava Vikho-ra lag mit Fieber im Bett. Nach dem ursprünglich geplanten Solisten-Quartett drohte also „Dinner(musik) for two". Das war ein Fall für Akademie-Chef Carlos Krause, der die Vielfalt des Abend mit dem Engagement des Baritons Dietrich Volle rettete, der einst in Bad Orb im
„Barbier von Sevilla" und „Don Giovanni" in den Titelpartien glänzte und mittlerweile an der Frankfurter Oper unter Vertrag ist. Der Facettenreichtum, mit dem die Solisten sich präsentierten, war beachtlich. Rouwen Huther, der bei der diesjährigen Akademie als sensibler Lenski die Produktion geprägt hatte, präsentierte sich an diesem Abend stimmlich bestens aufgelegt und vor allem als vollendeter Komödiant - in einer Perfektion und Kreativität, wie sie jedem großen Haus bestens zu Gesicht stünde. Spätestens beim „Schwipslied" aus Johann Strauß' „Eine Nacht in Venedig" hatte Huther das Publikum fest im Griff. Pfiffig und natürlich startet der junge Tenor bereits mit sprühender Säusel-Laune, um Strophe für Strophe eine Spur virtuoser Schau drauf-zusetzen. Das Ganze war auch stimmlich stimmig, ob in. den melodiebetont ausgesungenen schwelgerischen Lehar-Partien oder den frechen Zwanziger-Jahre-Schlagern. Catherine Veillerobe, in Bad Orb bislang mit zwei großen dramatischen Partien gehört, zeigte sich in glamourösen Operettenpartien.. Bei Emmerich Kaiman und Franz Lehar lieh sie Piecen aus „Gräfin Mariza", „Giuditta" und „Der Lustigen Witwe" ihren leuchtenden und bestens geführten Sopran. Am stärksten wirkte
Catherine Veillerobe allerdings in zwei Operettenliedern von Robert Stolz: In „Spiel auf deiner Geige" und „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein" sang sie mit Schmelz und Wärme beseelt zwei emphatische kleine Arien der „Silbernen Operettenära" der Wiener Musikhistorie. Dietrich Volle erzielte mit dem Entrde zum Konzertabend mit Carl Millöckers „Dunkelroten Rosen" einen Glanzpunkt in dem herrlich weltmännisch gebotenen „Da geh ich ins Maxim", dem er samt dem folgenden Walzerduett „Lippen schweigen" mit Schmelz und Eleganz zu angemessener Wiener Duftigkeit verhalf. Unter Musicalpartien aus „West Side Story", „My Fair Lady" und „Man of La Mancha" begeisterte er vor allem bei letzterem in rauem Belcanto der Sechziger Jahre: ausdrucksstark, klangvoll, mit satt dunklem Timbre und eminent romantisch aus der Klangwelt der großen Zeit von Charlton Heston oder Clint Eastwqod,* i.i.v,; Anke-Eva Blumenthal, die am Flügel gleichfalls innerhalb eines Tages ein Drittel des Abendrepertoires neu einzustudieren hatte, glänzte mit klanglich differenziertem Spiel, illustrierte die aufs Piano reduzierten Orchesterpartien effektvoll und begleitete so reaktionsschnell und delikat, dass sich die Solisten völlig ungezwungen in ihren Partien ausleben durften.
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